Katharina Pallitsch

Interview

1. Was waren für Sie die größten Hürden in Ihrem Studium?

 

Der volle Terminkalender. Wenn man aus der Schule kommt, stellt man sich vor, dass das Studentenleben sehr frei planbar und flexibel ist. Aber mit der Realität eines Chemiestudenten hat das wenig zu tun. Durch die klassische Einteilung (Vorlesungen vormittags, Praktika nachmittags) bleibt kaum Zeit zu verschnaufen. Noch dazu gab es damals keine Unterlagen, man musste wirklich immer da sein und selbst mitschreiben oder genau wissen, dass es jemand für einen tut. Ab 8:30h konzentriert mitzuschreiben und danach bis 18:00h im Praktikum zu stehen ist schlichtweg eine Herausforderung. 

 

2. Was sind für Sie die größten Herausforderungen in der Lehre?

 

Wenn man Dinge selbst schon gut kennt, oder sich auf einem anderen Level damit beschäftigt hat, als die Studierenden, ist es oft schwer die wichtigen Grundpfeiler eines Themas von den Details zu unterscheide. Didaktisch wertvoll kann Lehre aber nur sein, wenn man zuerst die Basics lernt und sich dann immer weiter vorarbeitet. Daher ist es oftmals das Wichtigste genau auf die Blicke im Raum zu achten und sie richtig zu deuten (Habe ich schon zu viele Details eingebaut? War es zu verwirrend?). Ein fachlich gutes Konzept macht nämlich noch lange keinen guten Vortragsstil. Und man muss sich manchmal auch eingestehen, wenn eine Erklärung nicht ankommt und es neu versuchen.

 

3. Was würden Sie in Bezug auf das Chemiestudium verändern wollen?

 

Ich war in den letzten Monaten Teil der curricularen Arbeitsgruppe für das neue Bachelorstudium und konnte daher sind auch viele meiner Ideen in den neuen Studienplan eingeflossen. Was ich aber gerne ganz generell ändern würde, ist der Glaube, dass es – weil wir Naturwissenschaftler sind und unsere Arbeit faktenbasiert ist – für jedes Problem nur eine Lösung gibt. So kann man z.B. nicht erwarten, dass Studierende lernen selbstständig Probleme zu lösen, denen sie im Laboralltag begegnen, wenn man ihnen vorher sagt, dass man eine Apparatur nur auf genau eine Art aufbauen darf. 

 

4. Welches Fach, das es bei uns nicht gibt, würden Sie gerne unterrichten?

 

Ich bin gerade in der Situation, dass ich das Fach, das ich immer schon unterrichten wollte, auch endlich seit einem Semester unterrichten darf: Science Communication. Gemeinsam mit einer Kollegin von der Fakultät für Physik unterrichte ich seit letztem Sommersemester ein Seminar, in dem es um das populärwissenschaftliche Präsentieren von Forschungsinhalten geht und es macht wahnsinnig viel Spaß und ich habe selber auch viel dazu gelernt. Insofern freue ich mich schon auf den nächsten Durchgang.

 

Lehrveranstaltungen

2023W
 VO Enzyme - Mechanismen und Anwendungen
SE Erstellen der Bachelorarbeit A - Organische / Bioanorganische / Biologische / Biophysikalische Chemie
PR Wahlfachpraktikum A (Bachelormodul) - Organische/Bioanorganische/Biologische/Biophysikalische Chemie
UE Organisch-chemisches Praktikum
PS Organisch-chemisches Proseminar
PR Fortgeschrittenenpraktikum Bioorganische Chemie
2023S
SE Erstellen der Bachelorarbeit A - Organische / Bioanorganische / Biologische / Biophysikalische Chemie
PR Wahlfachpraktikum A (Bachelormodul) - Organische/Bioanorganische/Biologische/Biophysikalische Chemie
PS Organisch-chemisches Proseminar
PR Fortgeschrittenenpraktikum Bioorganische Chemie
SE Telling your story - science communicati